Dienstag, 23. Juni 2015

FODMAP in der Schwangerschaft

Eine Ernährungsberaterin hat mir gesagt, dass man auch während der Schwangerschaft problemlos FODMAP-arm essen kann. Wobei ich alleine schon FODMAP-arm zu essen nicht unbedingt als "problemlos" bezeichnen möchte ...

Leider muss ich beklagen, dass die FODMAP-arme Diät während der Schwangerschaft nur noch halbwegs anschlägt. Oft brodelt und blubbert mein Bauch, von anderen unschönen Nebenwirkungen will ich gar nicht reden. Da das aber offenbar Begleiterscheinungen sind, von denen auch sonst quietschgesunde Frauen während der Schwangerschaft heimgesucht werden, bin ich guter Dinge, dass das nicht für immer so bleibt. Allerdings ist es aktuell schwierig abzuschätzen, ob ich einen FODMAP-Fehler begangen habe, oder ob es an meinem aktuellen "Zustand" liegt, wenn ich beispielsweise Zucchini nicht vertrage ...

Hinweis
Die überall erwähnten allgemeinen Ratschläge zur Ernährung in der Schwangerschaft erspare ich mir an dieser Stelle, die kann sowieso jede Schwangere im Schlaf herunter beten :)



Bei Obst und Gemüse/Salat sollte die komplette Palette an erlaubten Lebensmitteln ausgeschöpft werden, um möglichst viele verschiedene Vitamine und Nährstoffe zu erhalten. Ich schätze, die (in meinen Augen erlaubten Mini-)Portiönchen kann man auch mal etwas größer ausfallen lassen.

In Restaurants soll man - wird überall empfohlen - auf Salat verzichten, da man nicht weiß, wie ordentlich der gewaschen wurde und wie lange er bereits herumliegt. Hier besteht die Gefahr einer - falls man wie ich nicht immun ist - Toxoplasmoseinfektion, die für das Ungeborene gefährlich werden kann. Irgendwie muss ich mir dazu einen Masterplan überlegen. Immerhin kann man beim Essengehen außer Salat ja kaum etwas FODMAP-armes bekommen.


Bei Milchprodukten sollte man reichlich von den laktosefreien Produkten essen. Inzwischen bieten viele Geschäfte auch Eigenprodukte an, die gar nicht mehr sooo viel teurer sind als die laktosehaltigen Produkte.

Schon in der 11. SSW war ich bei meiner Zahnärztin, da einer meiner Backenzähne so empfindlich geworden war, dass ich ihn kaum noch putzen konnte (ok, eine unangenehme Empfindlichkeit weisen meine Zähne schon auf seitdem ich denken kann - aber sooo schlimm ist es sonst nicht). Eventuell habe ich es mit der Kalzium-Zufuhr etwas zu locker gesehen, da mich während der ersten SS-Wochen eine Dauerübelkeit befallen hat, bei der ich einige Dinge kaum noch herunter bekommen habe. Für das Baby wird jedoch rücksichtslos vom Körper der Mama alles genommen, was benötigt wird. Dabei wurden wohl bereits meine Zähne in Mitleidenschaft gezogen. Seitdem ich reichlich Naturjoghurt mit Haferflocken und/oder TK-Himbeeren esse und Quark auf mein Brot/meine Brötchen häufe, scheint es wesentlich besser geworden zu sein. Ich hoffe, der Spruch "Jede Schwangerschaft kostet die Mutter einen Zahn" wird sich bei mir nicht bewahrheiten :)

Bei den erlaubten Käsesorten sollte man darauf achten, dass sie nicht aus Rohmilch hergestellt wurden. Wobei sich die Geister scheiden, dass lange gereifter Rohmilchkäse wieder unbedenklich ist und keine Gefahr einer Listeriose besteht. Dazu ist mir aufgefallen, dass man - zumindest abgepackt, vor offener Ware ekel ich mich - kaum Rohmilchprodukte findet. Bisher habe ich lediglich ein paar Schweizer Käsesorten entdeckt.

Leider ist Camembert verboten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal vor einem Kühlregal stehe und anfange zu sabbern, weil ich Camembert sehe!


Bei Getränken sollte man auf Wasser und (verdünnten) Tee setzen. Wobei man beim Tee in einen Zwiespalt gerät: Nach Martin Storr ist ein Tee umso FODMAP-haltiger, desto länger er gezogen ist. Doch gerade in der Schwangerschaft gilt ganz besonders der Hinweis: Immer mit kochendem Wasser aufgießen und mindestens 10 Minuten (selten kürzer) ziehen lassen, um ein sicheres Produkt zu erhalten. Vielleicht einfach mal ausprobieren, welcher Tee am besten verträglich ist.

Außerdem wird in der Schwangerschaft von Pfefferminztee abgeraten. Zumindest pur. Als Beimischung findet er sich sogar in speziellen Schwangerschaftstees.

Angeblich sind zwei bis drei Tassen (auch nicht-koffeinfreier) Kaffee pro Tag für das Ungeborene unbedenklich. Da man die Kaffeemenge bei einer FODMAP-armen Diät sowieso möglichst gering halten soll, kann ich gut damit leben. Allerdings habe ich festgestellt, dass es wirklich eine Herausforderung ist, ein Café zu finden, was koffeinfreien Kaffee UND laktosefreie Milch führt. Offenbar hat sich gerade der Bedarf an laktosefreier Milch - zumindest in meinem Dunstkreis - noch nicht herumgesprochen. (À propos: Auf die Gutscheine von McDonald's warte ich noch immer :))


Bei Getreide greife ich jetzt vermehrt auf Dinkel zurück, gerne auch nicht ganz ausgemahlen. Die dauerhafte Verstopfung, die offenbar viele Schwangere befällt, hat auch mich vor Kurzem heimgesucht. Trotz Flüssigkeits- und Bewegungserhöhung änderte sich nichts. Reis meide ich daher komplett, obwohl ich Milchreis mit Himbeeren liebe.


Bei Fisch und Fleisch gelten nur die Standardregeln wie "nicht roh", "nicht geräuchert". Ich habe gelesen, dass viele Mütter nach der Geburt von ihren Männern ein Mettbrötchen gebracht bekommen, weil sie sich während der Schwangerschaft so sehr danach verzehren. Ich dagegen habe ein Brötchen mit Camembert bestellt :)


Tja ... und jetzt das Schwierigste: In der Schwangerschaft soll man natürlich doppelt gesund essen. Wenn man die ganzen Ratschläge aus dem Internet und diversen anderen Quellen zusammenzieht, kommt dabei heraus, dass man außer Obst eigentlich nichts Süßes essen sollte. Zudem gibt es Studien, die besagen, dass Kinder später das am liebsten essen, was ihre Mama während der Schwangerschaft häufig gegessen hat. Wer möchte schon, dass das Kind ständig nach Schokolade und Vanillepudding schreit?

Trotzdem esse ich weiterhin - in geringen Mengen - meine ganz dunkle Schokolade, mache mir Pudding mit Traubenzucker und süße meinen Himbeerjoghurt mit etwas Vanillezucker. Es nützt ja nichts, sich alles zu verkneifen, wenn man dann mit Heißhunger darüber herfällt und ein Vielfaches der Menge in sich reinstopft, die man normalerweise gegessen hätte, wenn man sich gleich den Gelüsten hingegeben hätte ...


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